Monatsspruch April 2019

Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Mt 28,20 (L)

MonatsspruchApr19
Das ist ein tröstlicher Spruch, der uns da durch den April begleitet. Es sind die letzten Worte des Matthäus-Evangeliums und sie sind der Zuspruch des auferstandenen Christus an seine Jünger. Es ist das Letzte, das Jesus seinen Jüngern sagt und quasi ins Stammbuch schreibt. Es ist ein Testament, unverrückbar und auch nicht abänderbar. Auch wir, in der Nachfolge der Jünger Jesu, können gewiss sein: Jesus Christus ist da, Gott ist in unserer Welt, Gott wirkt in unserer Welt.

Wenn wir als Christen über unseren Glauben nachdenken, dann können wir dem zustimmen, denn Gott ist und war immer in dieser unserer Welt wirksam. Bereits vor 2000 Jahren als Jesus von Nazareth und heute in Menschen und Institutionen, die der Heilige Geist, die unbändige Kraft Gottes, inspiriert und bewegt. Gott ist da, lautet daher ein immer gültiger Satz der Christenheit, über Jahrhunderte weitergegeben. Aber ist das auch heute noch so, entspricht das auch unseren Erfahrungen? Wo ist Gott, wenn das Leben immer schneller und oberflächlicher wird, wenn sich alles nur noch um Profit, Status und Zerstreuung dreht? Wo ist Gott, wenn in Gottes Namen Kriege geführt werden, wenn Jugendliche ihre Zukunft wegwerfen und ganze Familien ins Unglück stürzen? Wo ist Gott, wenn zu Beginn des 21. Jahrhunderts Menschen an einer schweren Krankheit sterben, weil ihnen einfach nicht geholfen werden kann?

Aber trotz aller negativer Sicht: Gott ist da. Wie gerne würden wir alle dieser Zusage glauben, trotz allem, was dagegen spricht. Und ja, wir dürfen ihr glauben. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott da ist, immer und an allen Orten.

In den verschiedensten Büchern der Bibel, im Alten wie im Neuen Testament, wird uns versprochen, ja werden wir sogar versichert, dass Gott bei uns ist. „Ich bin mit euch!“ lässt Gott seinem Volk in schweren Zeiten durch Propheten mitteilen. Besonders tröstlich ist aber das Versprechen des Auferstandenen am Schluss des Matthäusevangeliums, eben unserem Monatsspruch. Wir finden ihn verbunden mit dem Taufbefehl an die Jünger, wo sich Jesus offenbart und ihnen zuspricht: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Wie tröstlich ist dieser Zuspruch. Egal, was mir in meinem Leben an Gutem oder auch Bösem widerfährt, Gott ist mit mir. Er trägt mich über Schweres hinweg und lässt mich auch im Guten dankbar für seine Zuwendung sein. Sicher wenden sich die meisten von uns schneller in schwierigen Situationen an Gott, weil uns die erbetene Hilfe wichtig ist. Aber viele von uns sagen auch gerne danke, wenn sie Schönes erleben.

„Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Diese Zusage, dieses Versprechen soll unseren Glauben, unsere christliche Existenz frisch und lebendig halten, auch wenn wir uns zeitweise wirklich anstrengen müssen, um Gott in unserer Welt zu entdecken. Und doch: Gott ist da. Gott ist da, wenn Menschen nach orientierungslosen und düsteren Phasen wieder Sinn und Lebensfreude finden. Gott ist da, wenn sich in größeren und kleineren Konflikten wieder Kompromisse oder gar Lösungen anbahnen. Gott ist da, wenn Menschen in Frieden sterben dürfen. Gott ist da. Diese Zusage immer wieder aufblitzen zu sehen ist uns als Jünger Jesu geschenkt. Nun ist es an uns, aus dieser Zusage, dieser Gewissheit zu leben und sie auch für andere erlebbar zu machen durch das, was wir reden, durch das, was wir tun. Werden wir also selbst zum Zeichen für Gottes Anwesenheit in dieser Welt. Werden wir zu würdigen Jüngerinnen und Jüngern Jesu.

Ich bin bei euch – eine Zusage, die durch das Leben trägt. Egal, was ich mache, wem ich begegne, Gott ist mit dabei und darum kann ich mich auch darauf verlassen, dass er mir die richtigen Worte in den Mund legen wird. Gott begleitet mich von meiner Geburt an. In der Taufe hat er JA zu mir gesagt. Er nimmt mich an, so wie ich bin, mit all meinen Fehlern, meinen Zweifeln und meinem Misstrauen. Er begleitet mich durch das Leben, ist an allen Stationen mit dabei und ich habe seine Zusage, dass er mich auch in meiner Todesstunde nicht allein lassen wird, dass er da sein wird, so wie er es zugesagt hat. Das ist tröstlich. Keinen Schritt, auch nicht den schwersten, muss ich alleine gehen. Gottes Hand wird mich führen und mich geleiten. Und da sind wir bei einem unserer Kirchenlieder, das Kraft und Hoffnung gibt: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Welche Kraft geht von diesen Zeilen aus, die Dietrich Bonhoeffer im Gefängnis geschrieben hat. Er stellte sich dem Naziregime entgegen, wurde verurteilt und starb. Bonhoeffer schreibt mit diesem Lied gegen die Gewalt, er kann auch im Angesicht des Todes darauf vertrauen, dass die Macht, der er sich anvertraut, stärker als alle weltliche Macht ist.

Welchen Auftrag sehen wir nun in unserem Leben, hier im 21. Jahrhundert? Wir leben in politisch weniger brisanten Zeiten als Bonhoeffer, aber doch sind wir Macht, Machtinteressen und Machenschaften ausgesetzt. Es liegt an uns, wo wir mitspielen oder wo wir Widerstand leisten. Vertrauen wir auf die Macht der Liebe, auf die Kraft der Freundschaft, glauben wir an Gerechtigkeit und Frieden? Sind wir überzeugt davon, dass unser Leben dann sinnvoll ist, wenn wir unsere Hoffnung und unser Tun und Lassen nach Gott ausrichten? Vertrauen wir uns den guten Mächten Gottes an, weil uns verheißen wurde, dass Gott alle Tage bis an der Welt Ende bei uns sein wird? Dieser Satz ist eine Einladung und eine Zusage an uns, uns dieser Macht Gottes, die weiter reicht als irdische Macht, anzuvertrauen.

Und mit dieser Zusage in meinem Herzen kann ich auch froh beten:

„Guter Gott, ich danke dir für die Begleitung durch mein Leben. Du lässt mir freie Wahl, auch wenn ich mich für den falschen Weg entscheide, aber du bist da, wenn ich scheitere und erkenne, was ich falsch gemacht habe. Du urteilst nicht, du hältst deine Hand über oder unter mir und bist ein getreuer Begleiter durch mein Leben. Ich fühle mich geborgen in deinem Wort und deiner Liebe. Habe Dank dafür!“