Ökumenische Passionsandacht am 4. März 2020

Auf Einladung der kath. Pfarre fand erstmals eine ökumenische Passionsandacht in der Stadtpfarrkirche St. Ulrich statt. Pfr. Lang hielt mit Lektor Muerth eine „Dialog-Andacht“.

 

Darin wurde der rote Faden der Leidensgeschichte Jesu von der Gefangennahme bis zur Kreuzigung in Abschnitten aus der Bibel verlesen. Ein kurzes wiederkehrendes Gebet – gemeinsam von der versammelten Gemeinde gelesen – wechselte mit recht persönlich gehaltenen Gedanken zu den Bibeltexten.

Im Hauptteil wurde Pilatus vor den Vorhang geholt. Allerdings steht er selbst vor Gericht. Anklage und Verteidigung analysieren seine Rolle in dem Karfreitagsdrama. Ist Pilatus schuldig, ist er nicht schuldig?

Der Prediger überlegt für sich selbst jedes der Argumente von Anklage und Verteidigung.

Er kommt zu dem Schluss, dass vieles, was Pilatus als Schuld zugewiesen werden kann, eigentlich auch gegen mich und jeden glaubenden Christen spricht.

Ergebnis: Was immer gegen Pilatus spricht – sein Urteil über Jesus hatte keinen Bestand. Denn Gott hat mit der Auferweckung Jesu dieses Todesurteil aufgehoben. Und am Ende werden alle Urteile, die wir Menschenfällen, aufgehoben durch Gottes Gerechtigkeit …

Die Anklage trifft auch uns, die Verteidigung ebenso und das letzte Urteil durch Gott selbst – gerecht und gnadenvoll.

In trefflichen Abständen sangen wir alle zwischendurch je eine der Strophen vom Lied EG 97: “Holz auf Jesu Schultern“, das im Refrain die Bitte äußert: Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehen. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

Durch die starken Gestaltungselemente und die beiden Stimmen wurde die Andacht zu einem lebendigen Ganzen, das die Mitfeiernden niemals aus der Spannung fallen ließ.