zum Nachdenken

In dieser Rubrik möchten wir verschiedene Anregungen geben, die zum Nachdenken über religiöse Fragen des Lebens einladen.

In weiteren Menüpunkten auf der Linken Seite finden Sie zusätzlich Predigten und Losungen.

Monatsspruch April 2022

Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte. (Joh. 20,18)

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Maria Magdalena, eine Frau, der Jesus ihre Menschenwürde zurückgegeben hat. Er, der in ihr Leben trat und alle Finsternis aus ihrem Leben verbannte. Er, der in seiner Liebe ihre Ketten zerriss. Doch dann geschieht etwas, das ihre Tränen der Dankbarkeit in Tränen der Trauer umwandeln sollte.

Er, der sich als der gezeigt hat, den Gott seinem Volk verheißen hat, der Retter und Heiland der Welt, der, der in ihrem Leben so viel heil gemacht hat und Menschen mit so viel Liebe und Barmherzigkeit begegnet ist, wurde zum Tode verurteilt und musste den Tod am Kreuz erleiden!

Sie sehnt sich danach, in seiner Nähe zu sein, und so kam sie am Ostermorgen zum Grab, als es noch dunkel war. Doch der Stein war weggerollt und das Grab war leer! Für Maria war es noch nicht Ostern geworden, denn sie ist dem Lebendigen noch nicht begegnet!
Das leere Grab allein kann keinen Osterglauben wecken, auch nicht bei uns. Da braucht es die Begegnung mit dem Auferstandenen, der uns anspricht und uns beim Namen nennt!

Tränen strömen aus ihren Augen, sie haben ihr nicht nur den lebendigen, sondern auch noch den toten Jesus genommen! Durch den Schleier ihrer Tränen sieht sie eine Gestalt im Garten, es ist der auferstandene Herr, doch sie erkennt ihn nicht. Da fragt Jesus sie: „Frau, warum weinst du, wen suchst du?“

„Dich!“ müsste sie antworten – steht er doch vor ihr und schaut sie an.
„Dich suche ich – und damit alles, was ich verloren habe: Meine ganze Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht und meine Zuversicht!“

Doch dann geschieht etwas, das die Wendung bringt, sie hört ein Wort, das alle Mauern des Leides durchbricht. Nicht an seiner Gestalt, nicht an seiner Stimme, sondern daran erkennt sie Jesus, indem er sie beim Namen nennt: „Maria!“
Nur der Name ist es, den sie von ihrem Gegenüber hört, und sie weiß, dass sie in diesem Namen ganz als sie selbst gemeint, geliebt und angerufen ist, wie es nur von EINEM geschehen kann, von ihm, ihrem Herrn!

Maria fühlt sich überwältigt von einem Erlebnis, für das sie keine Bilder und Begriffe hat. Die Größe Gottes wird ihr vor Augen geführt. Etwas von dieser Größe war ja auch in ihrem Leben sichtbar geworden. Sie war selbst verloren gewesen und hatte durch die Begegnung mit Jesus nach Hause gefunden.

Maria beginnt zu verstehen: Jesus ist da, aber anders als früher. Auferstehung ist nicht die Rückkehr in das, was vorher war, sondern Auferstehung ist Aufbruch in etwas ganz Neues, und hier mit einem Auftrag von Jesus an Maria verbunden: „Sage meinen Brüdern: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“

So geht sie und verkündet ihr ganz persönliches Osterzeugnis: „Ich habe den Herrn gesehen!“

Ostern bedeutet, den Herrn zu sehen, ihn mit den Augen des Herzens sehen!

So wie es auch Hiob bezeugte: „Ich kannte dich nur vom Hörensagen, nun aber haben meine Augen dich gesehen!“ (Hiob 42,5)

Das will und soll Ostern in unserem Leben bewirken:

Sich von Jesus ansprechen lassen, eine Beziehung eingehen mit dem Auferstandenen, sich ihm in allen Lebenslagen anvertrauen und freudig das Erlebte weitergeben!

Julia Pichlmann, März 2022

 

Monatsspruch März 2022

Epheser 6,18

Betet allezeit mit allem Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit und Flehen für alle Heiligen. (LUT)

Hört nie auf zu beten und zu bitten! Lasst euch dabei vom Heiligen Geist leiten. Bleibt wach und bereit. Bittet Gott inständig für alle Christen. (HFA)

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In diesem Abschnitt aus dem Epheserbrief geht es um die „Geistliche Waffenrüstung für den Kampf gegen die Mächte des Bösen“. Bestens ausgerüstet sollten wir sein zu unserer Verteidigung, unserm Schutz aber auch zum Angriff in diesem ungleichen Kampf meint Paulus.

Einen ganz wesentlichen Anteil hat dabei das andauernde, beharrliche GEBET!

Drei Gedanken sind mit spontan dazu gekommen! Auf diese möchte ich in der Folge etwas näher eingehen:

  1. Paulus zitiert hier fast wörtlich seinen Herrn, der in seinem größten Kampf als Mensch in Gethsemane die schlafenden Jünger auffordert:
    Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallet! (Math.26,41)
    Also nicht für ihn, sondern für sich selbst sollten sie in dieser Ausnahmesituation beten! Sie würden es in dem, was in den nächsten Tagen folgt, ganz besonders nötig haben – denken wir z.B. nur an Petrus und Thomas!
  2. Allezeit, ohne Unterbrechung, unaufhörlich, andauernd, fortwährend beten – wie soll das gehen, was ist damit gemeint, wie schaut das im praktischen Alltag aus???
    Hier ist – so meine ich – eine Grundhaltung gemeint!
    Der Ausdruck einer tiefen Glaubensbeziehung, also nichts anderes als die ständige Verbindung zu unserem Herrn Jesus.Denn eigentlich hört er uns, auch wenn wir nicht mit ihm reden! Eigentlich brauchen wir ihm nicht aufzuzählen, was uns fehlt oder was in dieser Welt geschieht und wozu wir seine Hilfe brauchen! Nach Jörg Zink brauchen wir nur „in ihm sein“, das ist alles, das Ganze, das Vollkommene und Heilende!
    Dennoch ermutigt Paulus in vielen seiner Briefe mit Nachdruck zum andauernden GEBET! Denn er weiß  um die Bedeutung und Macht des GEBETS!
    Ja, GEBET verändert immer die Situation! Und obwohl der Vater vorher schon längst weiß, was wir brauchen und ohnehin viel mehr tun kann als was wir bitten oder verstehen, will er doch, dass wir uns in jeder Situation an ihn wenden. (Kap. 3,20)
    Wir sollen dabei „im Geist“ beten, also nach der Kraft die in uns wirkt! Jesus spricht vom Gebet „im Geist und in der Wahrheit!“ Von solchen Menschen will der Vater angebetet werden! (Joh. 4,23)
    Diesen Geist, den alle empfangen, die an Christus an ihren persönlichen Erlöser glauben! (Joh. 7,39)
    Und dass Gott jeden Beter ernst nimmt, ja sich sogar in seinen Vorhaben umstimmen lässt, davon gibt es genug Beispiele und Berichte, sowohl im Alten als auch im Neuen Testament!
  3. Paulus betont in unserem Vers explizit das GEBET für die „Heiligen“! - Ja, alle Christen werden im Neuen Testament so bezeichnet! Es geht dabei um die Gläubigen aus allen Konfessionen und Nationen, also die weltweite Gemeinde Jesu!
    Und die Fürbitte für unsere Glaubensgeschwister sollte - in Zeiten wie diesen - in Wachsamkeit und Beharrlichkeit immer mehr an Bedeutung gewinnen!
    Wofür wir konkret beten sollten: 
    + Für geschwisterliche Liebe und glaubwürdige Einheit als Erkennungsmerkmal für die Welt! (Joh. 13,34f u.17,21-23). Dass wir als Salz und Licht verantwortungsvoll leben!
    +Für die um ihres Glaubens Willen bedrohten und verfolgten Christen - eine erschreckende Tatsache die in der westlichen Welt leider oft viel zu wenig wahrgenommen wird! Paulus erkannte und erlebte das schon zu seiner Zeit und kündigte Verfolgung unmissverständlich an! (2. Tim. 3,12)
    + Für alle, die durch Krankheit, Armut, Verzweiflung und Verführung in ihrem Glauben angefochten werden.
    + Gegen alle Strömungen und Tendenzen in der Weltpolitik, die christliche Werte immer mehr aushöhlen oder ganz abschaffen! Und ein Paulus, dem es gerade nicht an Selbstvertrauen und göttlicher Autorität fehlte, schreibt gleich im anschließenden Vers 19 aus dem Gefängnis:
    Betet auch für mich, damit Gott mir zur rechten Zeit das rechte Wort gibt und ich überall das Geheimnis der rettenden Botschaft frei und offen verkünden kann.
    Selbst er bedurfte der Fürbitte der Glaubensgeschwister in Ephesus!

Damit ich aber nicht nur mit Appellen zum andauernden, inständigen Fürbittengebet diese Versbetrachtung beschließe, zum Schluss noch eine anderes „Allezeit“ zu dem uns die Schrift ermutigt:

Denn auch David befand sich in einer schlimmen Lage als er das Land verlassen musste, weil ihm der Schwiegervater nach dem Leben trachtete und er im Philisterland schwer bedroht wurde! Wenn man um diesen Hintergrund weiß, ist sein Vorsatz dort mehr als erstaunlich:

Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. (Psalm 34,2)

Diese andauernde Fröhlichkeit und Dankbarkeit – trotz der auch für uns in den letzten Monaten, ja Jahren, sehr belastenden Zeit – wünsche ich mir und dir in ständiger Verbindung zu unserem Herrn!

Denn: Loben zieht nach oben und Danken schützt vor Wanken!

 

Helmut Pichlmann, im Februar 22

 

Monatsspruch Februar 2022

Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Eph 4,26 – Lutherbibel

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Oder wie es in der Hoffnung für Alle heißt: „Wenn ihr zornig seid, dann ladet nicht Schuld auf euch, indem ihr unversöhnlich bleibt. Lasst die Sonne nicht untergehen, ohne dass ihr einander vergeben habt“. Diese etwas freiere Übersetzungsvariante bietet schon viel Auslegung zu dem aktuellen Monatsspruch. Beide stehen unter dem Zeichen, wie sich Christen in ihrem neuen Leben gegenüber dem Nächsten verhalten sollen.

Denn sie sind in Christus und durch den Heiligen Geist neue Menschen und trotz ihrer Schwächen geliebte Kinder Gottes geworden. Und das macht etwas mit uns, wenn wir so angenommen und geliebt werden, wie wir sind. Es bringt das Gute in uns zum Vorschein, verneint aber gleichzeitig nicht das Böse in uns. Denn natürlich zürnen auch wir Christen. Oft regt einen etwas auf. Auch wenn man versucht, es zu unterdrücken und einen nichts anmerken zu lassen, ist es da. Der Zorn über die Dinge, die nicht so funktioniert haben, wie man gerne möchte.

Das zu empfinden, ist gut und natürlich. Denn das Anstauen des Zornes ist das Problem, nicht die Empfindung selbst. Gott kennt uns, Gott hat uns geschaffen und weiß, wie wir sind. Er weiß, dass wir zürnen. Er weiß das wir solches Empfinden. Wir sind nicht perfekt. „Nobody is perfekt“ oder in den Worten Martin Luthers, wir sind Sünder.

Lasst euch durch den Zorn nicht zur Sünde hinreißen! heißt es dann bei Paulus.

Also gibt es einen Zorn, der nicht gleich Sünde ist bzw. wir sollen nicht so zornig werden, dass es zur Sünde wird. Bevor der Tropfen kommt, der das Fass zum Überlaufen bringt und wir aus egoistischem, leidenschaftlichen, unkontrollierten Zorn etwas tun, dass die Gemeinschaft mit unserem Nächsten und mit Gott zerstört.

Viel zu oft werde Probleme im Beruf auf die Familie abgewälzt und dabei wird das, was wir am meisten brauchen, die Familie und die Gemeinschaft zerstört. Auch wenn wir dies niemals gewollt haben, wird durch zu viel Zorn in unserem Leben etwas kaputt gemacht, dass sich nicht mehr so leicht reparieren lässt. Dabei wird der Zorn zur Sünde und die Sünde repräsentiert alles, was uns von unserm Nächsten und von Gott trennt. Deshalb verpflichtet Gott uns, uns nicht vom Zorn übermannen zu lassen, sondern das Böse mit Gutem zu überwinden, wie es im Römerbrief heißt. Doch wenn es kein Zurück mehr gibt und unser Zorn bereits zur Sünde geworden ist, bedürfen wir die Vergebung. Eine Vergebung, die das wiederherstellt, was der Zorn unter uns kaputtgemacht hat. Der die Scherben, die durch den Zorn der Sünde entstanden sind, wieder zusammensetzt. Denn Vergebung ist nicht die Abwesenheit von Zorn, sondern vielmehr die Erkenntnis, dass es etwas Besseres gibt, als Zorn. 

 

Monatsspruch Jänner 2022

Jesus Christus spricht: Kommt und seht! (Johannes 1,39)

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Jesus sagt diese Worte zu zwei Männern, die ihm nachfolgen und ihn fragen: „Wo wohnst du?“ Johannes der Täufer hatte sie auf Jesus aufmerksam gemacht. Und Jesus antwortet: „Kommt und seht!“

Auf uns umgemünzt: Wohin sollen wir kommen und was sollen wir sehen?

Beginnen wir bei der Weihnachtsgeschichte. Am 24. Dezember kommen wir gerne in die Kirche, hören die vertrauten Texte von der Geburt Jesu und bewundern die Krippe. Aber wie schauen wir sie an? Sehen wir die Krippe mit dem romantischen Auge? Ist alles gut? Sehen wir nur die oft kunstvoll geschmückten Figuren unserer Krippen, die Engel, die Hirten, Maria und Josef und das Kind in der Krippe? Alles gut?

Sehen wir tiefer, dann sollten wir die Romantik beiseitelassen. Wir sehen eine obdachlose Familie, eine Frau, kurz vor der Geburt, die nicht weiß, wo sie das Kind zur Welt bringen wird. Wir sehen den Stall, die Tiere. Welches Elend sucht Gott sich aus, um Mensch zu werden? Gott beginnt ganz unten mit seiner Menschwerdung. Er erniedrigt sich, damit wir auf einer Stufe mit ihm stehen können. In seiner Armut, seiner Niedrigkeit kommt er uns nahe. Von Anfang an steht fest, dass Jesus beinahe unbemerkt in die Welt kommt. Wer bekommt von seiner Ankunft etwas mit? Die Hirten auf dem Feld werden durch den Engel auf das Ereignis aufmerksam gemacht. Und die Weisen aus dem Morgenland folgen dem Stern zur Krippe. Der Rest der Bevölkerung von Bethlehem bekommt nichts von diesem außergewöhnlichen Ereignis mit. Das Wunder der Geburt, das großartige Ereignis, dass Gott Mensch wird, bleibt weitgehend unbeachtet.

Wo käme Jesus zur Welt, wenn das Ereignis heute stattfinden würde? Was würde Gott sich aussuchen? Welchen Ort? Ein Flüchtlingscamp in Jordanien? Ein Schiff mit Flüchtlingen auf dem Meer? Ein Obdachlosenunterkunft in einer Stadt in Österreich? Wie unromantisch werden manche denken. Aber ist es nicht so? Wir blenden gerne aus, was tatsächlich damals in Betlehem passiert ist, weil wir unsere Krippen so romantisch finden.

Jetzt nach Weihnachten räumen wir die Krippen wieder weg. Der Christbaum hat ausgedient und landet auf den Sammelplätzen, der Schmuck wird verstaut. Alles wird für den nächsten Advent und das nächste Weihnachten aufgehoben. Wir warten auf Neues. Das neue Jahr liegt wie ein unbeschriebenes Blatt vor uns. Es gibt die einen oder anderen Termine, aber im Grunde ist noch alles offen. Was wird das neue Jahr bringen? Nützt es, Pläne zu machen? Kommt nicht doch alles so, wie es kommen soll? Lohnt es sich, Neujahrsvorsätze zu fassen? Gerade die Pandemie lehrt uns, dass doch vieles anders kommt als wir es uns erwarten.

Aber wir können gewiss sein, einer geht mit. Wenn wir uns auf Jesus einlassen, dann haben wir eine neue Perspektive. Jesus geht mit uns in ein neues Jahr. So passen die Worte des Monatsspruchs von Jänner nahtlos zur Jahreslosung, die da heißt: „Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ (Johannes 6, 37)

„Kommt und seht!“ Der Spruch gibt am Anfang des Jahres nicht viel her. Aber, wenn wir von Weihnachten her kommen und uns auf Jesus einlassen, dann können wir sicher sein, dass das, was an Weihnachten angefangen hat, jetzt weitergeht. Kommt und seht! Jesus ist zur Welt gekommen und ruft jetzt Menschen zu sich. Wann und wie sich dieser Ruf äußert, das weiß niemand. Aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Das Leben wird nicht einfacher oder leichter, wenn wir uns auf Jesus einlassen, aber es bekommt eine neue Richtung und wir dürfen gewiss sein, dass Jesus mit uns durchs Leben geht. Und das Schöne ist, dass wir alle eingeladen sind, alle, die die Botschaft hören.

 

Monatsspruch Dezember 2021

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion!
Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR. (Sach. 2,14)

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Die Wohnstätte Gottes bei den Menschen war in biblischer Zeit der Tempel in Jerusalem. Ein prachtvolles Bauwerk, das die Stadt Jerusalem nachhaltig prägte und dessen Mauer heute noch allen Jüdinnen und Juden zum Gebet und zur Klage dient. Im Allerheiligsten des Tempels thronte Gott auf der Bundeslade, in der die zerbrochenen Gesetzestafeln des Mose verwahrt waren. Sein Thron wurde von zwei Kerubinen mit großen Flügeln flankiert. Die Innenwände waren mit Zedernholz verkleidet und mit goldüberzogenen Schnitzereien verziert.

Doch so edel war die Wohnstätte Gottes nicht immer. Zuvor begleitete Gott sein Volk in einem Zelt auf ihren Weg ins gelobte Land. Und nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem verließ Gott seine irdische Wohnstätte und wohnte fortan nicht mehr am Tempelberg. Seine Adresse schien von nun an sehr weit weg zu sein. Doch auch vorher, als Gott einen fixen Wohnort bei dem Menschen hatte, war seine Nähe dem Volke verborgen. Es war gar bedrohlich, einen Blick auf seine/ihre Herrlichkeit zu erhaschen und auch Mose, der in sein/ihr Antlitz schauen durfte, musste danach sein Haupt bedecken, als er wieder mit dem Volk sprach.

Die Wohnstätte Gottes verspricht Nähe und schafft mit ihren Mauern um das Allerheiligste wiederum Distanz zu Gott. Eine paradoxe Situation, die mit dem Kommen des Menschensohnes aufgelöst wurde. Denn als Jesus gegangen war, ging das Allerheiligste auf. Und als der Tempel fort war, wohnte Gott bei den Menschen und seine Nähe war wohltuend für die Seinen. Fortan war Gott bei den Menschen und er/sie wurde von ihnen nicht mehr hinter hohen Tempelmauern verborgen.

Er/Sie wohnt und wandelt unter ihnen und der Mensch selbst wird zum neuen Tempel Gottes. Er/Sie wohnt als Heiliger Geist in uns und er wurde in der Taufe eingegossen und versiegelt, damit wir Kinder Gottes werden und er/sie uns lieben möge wie ein Vater und eine Mutter ihre Kinder liebt. Gott ist nicht fern, Gott ist nicht unnahbar, denn Gott wohnt so tief in uns, dass wir ihn spüren können, wenn Freude oder auch ein schlechtes Gewissen uns plagen. Solange Gott in uns wohnt und sein Heiliger Geist uns leitet, wird der Weg gepflastert sein. Und wenn er zu steinig wird, begleitet uns Jesus Christus als guter Hirte um uns notfalls über unsere Hürden zu tragen, wenn unsere Kraft nachlässt.

Allseits behütet von unserem dreifaltigen Gott sollen wir durch diese Adventzeit wandern und wenn der Weg zu eisig wird, können wir uns gegenseitig aufhelfen. Denn oft handelt Gott durch andere Menschen, in der er/sie selbst seine/ihre Wohnstätte hat und gemeinsam schaffen wir auch diese schwere Hürde des Lockdowns zu überwinden.

Denn Gott wohnt auch in diesen Tagen unter uns und in uns, und solange wir Christus in unseren Herzen tragen, sind wir nicht allein.

Amen!

 

Monatsspruch Juli 2021

Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir. (Apg 17,27)

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Der Monatsspruch für den Juli 2021 hört sich an wie ein Ruf in die Verzweiflung hinein. Wenn er so allein für sich steht, hört er sich an wie ein Zuspruch in einen Moment der tiefsten Gottverlassenheit hinein.

An seinem Ort in der Apostelgeschichte spricht er aber in eine ganz andere Situation hinein. Paulus spricht uns diese Worte zu – in seiner großen Rede am Areopag. Mitten in Athen, im Zentrum dieser Metropole der Antike, spricht Paulus zu einer neugierigen, aber teils auch recht skeptischen Menge genau diesen Satz.

Für eine Metropole der damaligen Zeit gehörte es dazu, dass sich Tempel aller nur erdenklichen Götter fanden. Die wichtigsten davon befanden sich auf dem Areopag. Paulus spricht also nicht in die Gottverlassenheit hinein, sondern fast in ein Überangebot. In antiken Städten waren die Menschen bemüht, sich möglichst alle Götter gewogen zu stimmen. Es bestand aber die Angst einen Gott/eine Göttin vergessen zu haben. Daher gab es auch stets einen Altar für die unbekannten Götter. Das Ganze war aber nicht nur eine Vorsichtsmaßnahme, sondern auch ein Angebot. Ein Angebot an Sinnsuchende, die sich an den nur allzu menschlichen, mehr auf sich selbst als auf ihre „Gläubigen“ ausgerichteten Götter sattgesehen hatten und mehr suchen.

Städte wie Athen strotzten nur so vor Leben, sie strotzten auch an Sinnangeboten von überreichem Genuss und Konsum über Esoterik bis zur griechischen Philosophie, die das Göttliche fernab der traditionellen Götter wie Zeus und Co. suchte und sich oft auf der Suche nach dem unbekannten Gott machte. Und auf diesen Basar für Sinnsuchende stellt sich Paulus und legt Rechenschaft ab. Er hat sich genau angesehen, was da los ist und hat das Suchen der Menschen ernst genommen.

Nicht von unbekannten Göttern spricht er, sondern von dem einen den Athenern unbekannten Gott, den sie vielleicht sogar schon unbewusst verehren. Er macht die Menschen mit diesem Gott bekannt, der kein unbekannter, weit entfernter Gott ist, der sich für das Leben der Menschen nicht interessiert, sondern der sich sogar ganz persönlich mit seinen Geschöpfen bekannt gemacht hat. Es ist der eine Gott, der eine, der um unsretwillen Mensch geworden ist und der sich selbst in seinem Sohn, Jesus Christus, nicht verschont hat.

Dieser Gott kam in die Welt um zu bleiben. Und so ist die Antwort des Paulus auf die Suche: „Er ist nicht ferne und muss unter großen Mühen gesucht werden. Nein, er ist schon da, mitten unter uns.“ Wir leben aber nicht irgendwie neben ihm, sondern wir leben sogar in ihm. Wir haben ihn immer bei uns.

Für mich fühlt sich die berühmte Areopagrede des Paulus näher an unserer Realität an als so mancher andere Bibeltext. Menschen suchen heute wie eh und je – vielleicht sogar ein bisschen mehr – Sinn in ihrem Leben. Unsere Gesellschaft fühlt sich an wie ein Basar an Sinnangeboten: Erfüllung in Konsum und Wohlstand, neue Prophet*innen an jeder Ecke des weltweiten Netzes, Influencer nennen wir sie uvm. Menschen suchen und meinen Sinn und Glück an verschiedensten Orten zu finden, um eine gefühlte innere Leere zu füllen. Das wirkt dann doch oft ein klein wenig verzweifelt. Aber vielleicht müssen wir gar nicht so intensiv suchen.

Lassen wir uns doch auf das ein, was uns Paulus von seinem, von unserem Gott anbietet. Versuchen wir doch selbst dieses Angebot in die Welt zu tragen. Gott ist nämlich schon da in jedem Atemzug und Wimpernschlag. Wenn ich mich auf seine Realität einlasse, dann füllt er jede Leere aus. Da brauche ich nicht nach halbisoterischen Kraftquellen zu suchen, sondern habe die Kraft in mir  - weil ich in der Kraft lebe. Wir sind in Gott, d.h. geborgen in seiner Nähe und Größe.

Götter und ihre modernen Influencergegenstücke sind so ferne wie damals in Athen. Unser Gott ist aber da, um uns herum, denn wir sind in ihm. Wir müssen nicht suchen, sondern wir werden von ihm gesucht und gefunden und dann sind wir in ihm gut aufgehoben.

Monatsspruch Juni 2021

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apg 5,29)

Bild Monatsspruch Juni 2021

Oha… Mit dem Monatsspruch für den Juni kommen wir in ein in heutiger Zeit wieder einmal als sehr schwierig empfundenes Spannungsfeld – Gehorsam gegen Gott und Gehorsam gegen Menschen, also im Grunde genommen gegen den Staat.

Dieser Vers ist in der Lutherbibel fett gedruckt, d.h. Obacht hier kommt etwas Wichtiges. Er führt uns in die Zeit der Urgemeinde in Jerusalem. Die Predigt vom gekreuzigten und auferstandenen Gottessohn war der Obrigkeit in Jerusalem ein Dorn im Auge. Die ersten Verfolgungen wurden erlitten und es wurde über die Apostel*innen ein Predigt- und Lehrverbot verhängt. Der Monatsspruch ist ihre Antwort darauf vor der höchsten Ratsversammlung in Jerusalem. Das Bekenntnis zu und die Predigt von Gottes menschgewordener Gnade und Liebe kann nicht durch menschliche Befehle aufgehalten werden, zu wichtig war es damals, zu wichtig ist es heute. Dem werden auch die meisten Christ*innen zustimmen.

Nichtsdestotrotz hat dieser Vers eine schwierige Geschichte, die auch in den letzten Monaten immer wieder spürbar wurde. Als Christ*innen leben wir in einem Spannungsfeld zwischen unserem Alltagsleben und unseren staatsbürgerlichen „Pflichten“ und dem, was uns von Gott geboten als gut und richtig erscheint. Als in den letzten Monaten unsere Gottesdienste, Kreise, ja nahezu unser ganzes Gemeindeleben durch die Coronamaßnahmen zum Stillstand kam, wurden wieder genug Rufe laut, die genau diesen Vers ins Feld führten. Und ja so falsch ist das nicht. Aber einem Verbot der Verkündigung der Liebe Gottes kamen die Maßnahmen nicht gleich, schwer genug war es schon. Gott sei Dank für die Kreativität, die viele Gemeinden und viele Menschen entwickelt haben, um erst recht in schwierigen Zeiten gefunden haben, um weiterhin die Botschaft von Gottes menschgewordener Liebe und Gnade in die Welt zu tragen.

Das Spannungsfeld geht aber noch viel weiter und ist nicht nur auf Krisenzeiten beschränkt. Als Christ*innen sind wir Bürger zweier Welten. In der Taufe wurde uns schon ein anderes Bürgerrecht, als es der österreichische Pass anzeigt, geschenkt. Wir haben auch schon ein Zuhause in Gottes neuer Welt, im Reich Gottes. Und das folgt immer wieder auch anderen Regeln als die uns bekannte Welt. Eine Welt, die von der Liebe zu Gott und seiner Liebe zu ihm, die von der Nächstenliebe bestimmt ist, fußt auf anderen Grundlagen. Als Bürger zweier Welten haben wir oft mit unterschiedlichen Ansprüchen zu kämpfen – mit dem, was politisch gut und recht erscheint, und dem, was Gottes Willen entspricht.

Ist nun der Monatsspruch ein genereller Aufruf zum zivilen Ungehorsam? Die Antwort liegt in einem kleinen Wort, nämlich in dem „mehr“. Man muss Gott mehr gehorchen als dem Menschen. Es ist also nicht generell von einer Ablehnung menschlicher bzw. staatlicher Gewalt die Rede, sondern die Ansprüche an uns werden geordnet. Es ist grundsätzlich nichts Falsches daran, uns an staatliche Regeln zu halten. Aber sie sind immer geringer anzusetzen, als das, was Gott für uns und seine Welt will.

Das bedeutet für uns wiederum, dass wir immer wieder in die Verantwortung genommen werden, staatliche Regeln und Vorschriften auf Herz und Nieren zu prüfen. Dort wo Gottes- und Nächstenliebe damit vereinbar sind, steht es außer Frage, dass auch Gott unsere „weltlichen“ Ordnungen befürwortet. Dort wo das nicht der Fall ist, sind wir aber auch dazu aufgefordert, unsere Stimme wie die Apostel*innen zu erheben.

Von Gott sind wir zu einem Leben ohne Schuld und Lasten befreit, aber nicht von unserem Leben als Österreicher*innen, Europäer*innen, Bürger dieser Welt. Aus der Freiheit, die uns Gottes Sohn schenkt, erwächst auch die Verantwortung für seine Menschen und seine Welt. Daher ist es gut und richtig, wachsam zu bleiben – und vermutlich meistens zu folgen, aber auch in Gottes Namen andere Wege einzuschlagen.

Monatsspruch Mai 2021

Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind. (Sprüche 31,8)

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Dieser Spruch passt perfekt in unsere Zeit. Durch die Pandemie ist so vieles anders geworden, denn die Welt hat sich verändert, wir haben uns verändert. Wir sind hauptsächlich auf uns fokussiert und leben wie in einer Blase. Gesundheit ist zum obersten Gut geworden. Wir sind verunsichert und hoffen auf die Impfung und dadurch vielleicht auf eine Rückkehr zur Normalität.

Wenn ich mich aber umschaue und auf die anderen achte, dann merke ich, dass Einsamkeit und Kontaktarmut zur neuen Realität geworden sind. Wir leiden an „Hauthunger“, denn es gibt seit mehr als einem Jahr keine Berührungen zwischen nicht im selben Haushalt lebenden Personen, keinen Händedruck, keine Umarmung.

Wen trifft die Pandemie jetzt mehr als andere? Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren, sind in Kurzarbeit, sind Mehrfachbelastungen ausgesetzt, denn zum Home-Office kommt das Home-Schooling, wenn man schulpflichtige Kinder hat. Die einen äußern sich noch und klagen über die Belastung, viele aber ziehen sich zurück und verstummen. Andere wieder, die schon sehr am Rande der Gesellschaft gelebt haben, sind noch weiter nach außen verdrängt worden.

Wenn ich den Vers „Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.“ als Aufruf an mich sehe, dann finde ich viele Betätigungsfelder. Was kann ich tun?

Wer sind die Stummen in unserer Gesellschaft? Wer die Verlassenen? Mir fallen sofort die Obdachlosen ein. Durch die verschiedenen Lockdowns haben sie die Möglichkeit verloren, sich irgendwo aufzuwärmen, irgendwo eine warme Mahlzeit zu bekommen, ein bisschen Geld durch Betteln zu verdienen. Diese Menschen haben es besonders schwer. Schon immer an den Rand der Gesellschaft gedrängt, werden sie jetzt praktisch unsichtbar und sind auch dem Virus schutzlos ausgeliefert, denn wie sollen sie zu einer Impfung kommen? Sie leiden stumm.

Aber zu den Schwachen der Gesellschaft gehören so unterschiedliche Personen. Kinder sind gefährdet, Jugendliche ebenso, junge alleinstehende Mütter, Menschen, die nicht sehr viel an Ausbildungen vorweisen können, alte Menschen. All das finden wir im eigenen Land.Für so vieles könnte man sich einsetzen, da reicht die Not im eigenen Land, da brauche ich mich gar nicht erst aus Österreich hinausbewegen.

Aber auch außerhalb unserer Grenzen gibt es Stumme und Verlassene. Ein Schandfleck in Europa sind die Flüchtlingslager, von denen beispielsweise Moria eine traurige Berühmtheit erlangt hat, aber auch das dafür entstandene Lager Kara Tepe entspricht nicht dem, was wir unter einer menschenwürdigen Unterbringung verstehen. Nur einige Stunden von uns entfernt leben Menschen in Zelten, in die die Feuchtigkeit eindringt, leben Kinder, die nachts von Ratten angeknabbert werden. Wir haben Bilder gesehen, wo Menschen barfuß in Flipflops durch den Schnee stapfen. Das ist nicht irgendwo, das ist nicht weit weg von uns.

Aber diese Menschen haben keine Lobby. Wir haben Angst, dass sie über unsere Grenzen kommen, wir wollen sie nicht. Zurück können sie aber auch nicht, denn sie sind vor Krieg, Hunger und Zerstörung geflohen. Ihr Wunsch war es, in Sicherheit leben zu können, aber was haben sie dafür eingetauscht? Europa zahlt dafür, dass sie nicht über die Grenze kommen, dass sie zurückgedrängt werden.

Sie sind Menschen wie wir, Ebenbild Gottes, nur auf der falschen Seite der Welt geboren. Und das ist nicht nur hier in Europa so, überall auf der Welt gibt es Flüchtlinge, Verfolgte, Gefolterte, Misshandelte, geschundene Menschen.

Sicher, es gibt Menschen, die sich engagieren, weil sie unbedingt anderen helfen wollten. Je berühmter sie sind, desto mehr Anhänger haben sie, die sie dann unterstützen und wo aus kleinen Anfängen etwas Großes, Einzigartiges entstehen kann. Ich erinnere mich an Karl Heinz Böhm, der mit einer Wette in einer Fernsehshow eine großartige Hilfe für die Menschen in Äthiopien in Gang gesetzt hat. „Menschen für Menschen“ hat vielen eine bessere Zukunft gebracht und Dinge nachhaltig verändert. Es gibt Hilfsorganisationen, die sich weltweit einsetzen, um Not zu lindern wie Ärzte ohne Grenzen, die Diakonie, die Caritas.

Kann ich mich also zurückziehen und mein Gewissen damit beruhigen, dass ich ab und zu etwas spende? Kann ich mich heraushalten? Spenden sind gut, aber über das reden, was wir als Unrecht empfinden, kann auf Dauer auch etwas bewirken. Die Menschen, die keiner sieht oder sehen will, die stumm sind oder stumm gemacht wurden, sie brauchen uns als Sprachrohr, denn himmelschreiende Ungerechtigkeit wird nicht besser, wenn ich wegschaue.

Aber es braucht nicht die großen Gesten. Schon in meinem Umfeld gibt es genug, wofür ich mich einsetzen kann. Reden ist besser als Schweigen. Wir sollen für die eintreten, die keine Stimme haben, der Einsatz für Schwache ist Auftrag an uns. Wo kann ich helfen? Für welche Menschen soll ich mich einsetzen? Wie kann ich mich auch mit wenig Zeit und wenig Mitteln einbringen?

Gerade in Zeiten der Pandemie könnte Folgendes ein Anstoß sein. Viele Menschen sind einsam, da könnte ich zum Beispiel telefonieren und so die Einsamkeit ein bisschen erträglicher machen. Man könnte auch einen Brief schreiben und dadurch Freude verbreiten. Man könnte sich ehrenamtlich engagieren und dort helfen, wo Hilfe nötig ist. Man könnte, könnte … Mit regelmäßigen Spenden oder einer Patenschaft kann ich Waisenkinder unterstützen und ihnen eine Ausbildung ermöglichen, die dann die Spirale der Armut unterbricht. Man kann die Arbeit der unterschiedlichen Hilfswerke unterstützen und so zeigen, dass wir Gottes Liebe weitergeben können.

Wichtig ist, dass wir hinschauen, nicht wegschauen. Dass wir uns nicht einschüchtern lassen, dass wir immer dann reden, wenn es uns richtig erscheint. Nur so können wir verhindern, dass die Stummen weiter stumm bleiben. Menschen, die verlassen sind, bekommen durch unser Engagement wieder eine Perspektive.

Der Dichter Günter Eich (1907 – 1972) hat in einem Gedicht geschrieben: „Seid unbequem, seid Sand, nicht Öl im Getriebe der Welt“. Im übertragenen Sinn heißt das, dass ich nicht länger zusehen und nichts tun soll.

Monatsspruch April 2021

Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. (Kolosser 1,15)

Bild Monatsspruch April 2021

Welche Vorstellung oder welches Bild haben Sie von Gott? Nein, der moderne Mensch macht sich seine Gottesbilder nicht mehr aus Stein oder Holz wie der antike Heide. Aber Gottesbilder, Vorstellungen wie Gott sein müsste, haben auch wir. Sie können diese Gottesbilder leicht erkennen an Sätzen wie “Wenn es einen Gott gibt, dann müsste er doch jetzt ...” “Warum hat Gott nicht ...” ”Wenn Gott wirklich ein Gott der Liebe ist, dann dürfte er doch nicht ...” Hinter all diesen Sätzen steht ein bestimmtes Gottesbild.
Diese Frage beschäftigt die Menschheit von Anfang an: Gibt es Gott und wenn ja, wie sieht er aus, wo kann man ihn erkennen oder gar seine Herrlichkeit sehen? Schon Mose bat Gott darum – bekam aber die ernüchternde Antwort:
Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht. (2. Mose 33,20)
Gott ist für uns unsichtbar, schade, aber das ist ein Faktum!

Er ist einen ganz anderen Weg gegangen, um uns eine Vorstellung von sich zu geben! Den Weg einer Person!

Gott hat eine Möglichkeit geschenkt, um zu erkennen, zu sehen und zu betasten! Davon berichtet Johannes sowohl in seinen Briefen als auch im Evangelium:
Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt. (Joh. 1,18)

Jesus, der eingeborene, ja erstgeborene Sohn vor aller Schöpfung, kam um uns mit Gott zu versöhnen und zeigte uns wer - und vor allem wie -Gott ist!
Er selbst stellt mir aller Deutlichkeit fest
Ich und der Vater sind eins (Joh10,30) und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat (Joh. 12,45), der sieht den Vater! (Joh 14,9)

Jesus gibt sozusagen kongenial das Wesen und das Denken Gottes wider. In seinem Reden erkenne ich, wie Gott denkt, wie er handelt, was er will. Ich kann nur in der Verbindung mit Jesus ein richtiges Bild von Gott haben.

Paulus geht noch einen Schritt weiter. Er sagt: Jesus hat das nicht bei seinem himmlischen Vater gelernt und abgeschaut, um es uns mitzuteilen. Er ist vielmehr von Anfang an dabei gewesen, der Erstgeboren vor aller Schöpfung. Denn - so schreibt er - “in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare”. Jesus ist deswegen das Ebenbild Gottes, weil er von Anfang an bei Gott war. Er ist sozusagen identisch mit Gott.

Daher dürfen wir uns diesem Jesus ganz anvertrauen. Denn in Jesus Christus haben wir nicht mehr ein ausgedachtes, sondern ein ursprüngliches Bild von Gott.

Es ist für uns von unermesslicher Bedeutung, wenn er uns verspricht:
Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag. (Joh. 6,40)

Noch einmal zusammengefasst
Wenn wir also Gott schauen möchten, ja wissen wollen wie er ist, tun wir gut daran, seinem Sohn zu vertrauen und vor allem zu betrachten, was Jesus verkündigt und wie er gelebt hat! Es geht um
ein Schauen des Herzens – das im Glauben seinen Ursprung hat!
ein Schauen des Herzens – das unsere Seele gesund macht
ein Schauen des Herzens  - das den unsichtbaren Gott sichtbar macht!

Und zwar nicht nur für uns persönlich, sondern auch als missionarischer Auftrag:

Christus wird dann in uns Gestalt gewinnen, wir dürfen ihm ähnlicher werden und sein Wesen soll in uns sichtbar werden!

Daher die persönliche Bitte: „Herr, verändere mich in dein Bild, damit es anderen leichter fällt, dich zu erkennen und an dich zu glauben!

Sozusagen eine von Jesus gewollte Folgerung
„Wer mich sieht, der sieht den Vater und - wer Euch sieht, der soll mich sehen!“

 

Paulus beschreibt diese Veränderungsmöglichkeit so:

Wir alle aber spiegeln mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider, und wir werden verwandelt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist. (2. Kor. 3,18)

Ich schließe mit einem kurzen Liedtext, der diese große, ewige Sehnsucht des Menschen  - Gott zu schauen  - auf den Punkt bringt
Ich habe diesen Chorus in Anlehnung an Psalm 17,15 geschrieben:

Ich will dich schauen

Ich will dich schauen, Herr, in Gerechtigkeit.

Öffne du mir Augen, Herz und Mund.

An deinem Bild wird meine Seele gesund.

Mach‘ du mich ganz zum Hören bereit.

LINK zum Notenblatt: https://docs.google.com/file/d/1YsCKUW1hV0S3GX6CycJ85nY3R6wavbz9/view

 

Helmut Pichlmann, im  (Corona)März 2021

Monatsspruch Dezember 2020

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!

Jes 58,7 (L)

 

Weihnachtswunder geschehen... immer wieder. Die Orte dieser Wunder können ganz unterschiedlich sein. Genau genommen geschehen sie aber immer am gleichen Ort: den Herzen der Menschen.

Weihnachten, das ist auch das Fest der Menschlichkeit. Gott wurde Mensch und auch wir sollten immer wieder Mensch werden, den anderen sehen und ihnen gutes tun, so wie es auch Gott für uns in dem kleinen Kinder in der Krippe getan hat und immer wieder tut. Gott kommt zu allen Menschen und auch wir wollen unsere Herzen für alle öffnen.

 

Ausführliche Gedanken dazu in der Videobotschaft zum Monatsspuch

Monatsspruch November 2020

Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. (Jer 31,9 (L)

Monatsspruch Oktober 2020

Weinen… Wir weinen aus den unterschiedlichsten Gründen. Zunächst sind da Freudentränen, die sind wunderschön, aber auch recht selten. Aber um die geht es hier nicht. Sondern es geht um Tränen der Trauer, der Angst und der Verzweiflung.

Das Sprichwort „Es ist zum Heulen“ ist heute wieder in aller Munde. Am Anfang dieses Monats natürlich zuerst einmal auf den Friedhöfen – Tränen der Trauer. Am Allerheiligentag suchen wir die Gräber unserer Verstorbenen auf. Und der Verlust drückt uns die Tränen in die Augen. Da spielt es keine Rolle, ob das Grab noch frisch ist oder schon lange gepflegt. Auch wenn die Tränen über die Jahre weniger werden, der Schmerz ist immer noch da. Und der zeigt uns, dass uns ein ungemein wichtiger Mensch fehlt.

Zu diesen Tränen gesellen sich aber im November 2020, dem Coronajahr, zu unserem großen Leidwesen bei so manchen noch andere hinzu: Tränen der Angst und der Verzweiflung. Wie soll es weitergehen? Was wird mit mir und meinen Lieben, mit meiner Arbeit, meiner Gesundheit, unserem Land und unserer Gesellschaft?

Ja, irgendwie ist es wirklich zum Heulen. Es wird immer schwieriger. Nicht nur gefährlicher, sondern auch unübersichtlicher. Woran muss ich halten? Wo wird’s zu viel? Bin ich vielleicht doch zu vorsichtig?

Orientierung ist bitter nötig und scheint im Moment zu fehlen. Da ist der aktuelle Monatsspruch fast Balsam für die Seele. Zwei Dinge verspricht uns Gott da: Zum einen will er trösten. Er will die Tränen wegwischen und uns aufrichten. Mit ihm soll es nicht zum Heulen sein, sondern Hoffnung und neue Perspektive. Das will er uns schenken, indem er erst recht in tränenreichen Stunden an unserer Seite ist. Zum anderen will er leiten. Bei Leiten denken wir an Richtung geben, anleiten, ja führen. Aber darin steckt noch mehr. Er will uns begleiten. Er will nicht nur eine Perspektive geben, sondern an unserer Seite sein. Lebensbegleitung in bestem Sinne – eine Eskorte in unsicheren Zeiten. Denn er lässt uns nicht los. In Zeiten der Kontaktreduktion ist umso wichtiger, dass wir uns nicht alleine fühlen, sondern begleitet, das gute Gefühl nicht alleine zu sein, sondern dass jemand für mich da ist.

Gott will uns das geben und mit seiner Hilfe können auch wir – wenn auch mit gebotenem Abstand – einander begleiten. Niemand soll in der Einsamkeit verzweifeln und Tränen der Verzweiflung vergießen. Die Möglichkeiten für einander da zu sein, haben sich zwar verändert. Aber unmöglich ist es nicht geworden

Ob es um die gegenseitige Unterstützung im engsten Familienkreis, in der Gemeinde geht: Die Formen der Begleitung mögen sich wandeln – gute Beziehungen zueinander sind in unserer heutigen Zeit, in der viele Menschen durch die äußeren Umstände ganz auf sich selbst zurückgeworfen sind, wichtiger denn je. Trost erfahren und spenden, begleiten, Tränen abwischen. Gott geht uns da mit gutem Beispiel voran. Lasst uns ihm doch folgen!

Als Kirche und Gemeinde stehen wir allen voran an der Seite Gottes und der Menschen, das dürfen wir nicht vergessen. Und bei aller Vorsicht müssen wir weiterhin Wege beschreiten, auf denen die Gemeinschaft untereinander und mit Gott erlebbar ist.

Denn Gott lässt uns nicht allein, so wie auch Israel in Babylon damals nicht. Aber er mutet uns einiges an Verantwortung zu. Wenn wir sie wahrnehmen, dann immer mit der Frage, wie Gott es mit uns meint und wie es die Menschen fördert. Wenn wir das nicht vergessen und uns auch im Gebet stets an Gott halten, dann werden wir mit Gottes Hilfe auch das Beste finden.

Monatsspruch Oktober 2020

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl. Jer 29,7 (L)

Monatsspruch Oktober 2020

So lautet der Monatsspruch für den Oktober. Das ist ein Vers, der gerne für Einweihungsfeiern und Jubiläen von Einrichtungen und Gebäuden hergenommen wird. Es ist aber auch ein Spruch der in diesem eigenartigen Jahr, dem Coronajahr, mitten ins Herz trifft.

Jeremia schreibt hier an die Israeliten, die nach Babylon deportiert wurden. Fern der Heimat hadern sie mit ihrem Schicksal und den neuen, schwierigen Lebensumständen. Gott versichert ihnen, dass er auch in dieser teils traumatischen Situation noch immer bei ihnen ist und dass sie sich mit seiner Hilfe auch in dieser Stadt für das Gemeinwohl einsetzen sollen. Das Beste der Stadt, das steht für das Gemeinwohl, für das Wohlergehen aller, die da sind.

Und genau dieses Gemeinwohl ist es, für das so viele zum teil auch schmerzliche Schutzmaßnahmen in unserem Land getroffen werden. Zum Wohle aller nehme ich die Einschränkungen in Kauf. Zum Schutz der Gesundheit – besonders von Menschen, um deren Gesundheit es (nicht mehr) bestens bestellt ist – reduziere ich meine Sozialkontakte, trage Maske und reduziere in der Gemeinde die Veranstaltungen. Das tut weh und schränkt natürlich meine Freihei(en) ein. Ich mache das aber nicht meinetwegen, sondern für andere, für das Gemeinwohl, dafür, dass das Leben gemeinsam weitergehen kann, wenn auch unter anderen Vorzeichen.

Als Christinnen und Christen tragen wir Verantwortung – nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Nächsten, für die Menschen und unsere Welt, also eben für das Gemeinwohl. Die Nächstenliebe ist uns aufgetragen und dieser Auftrag ist nicht immer leicht. Wenn ich meine eigenen Freiräume, meine gewohnte Lebensgestaltung um der Liebe zu meinen Nächsten willen einschränke, dann kann das schon weh tun. Aber das Wohl aller vor Augen muss ich mein Wohlergehen auch manchmal an die zweite Stelle stellen. So gesehen macht es Sinn, dass wir (auch als Kirchen) beim Schutz des Gemeinwohls an vorderster Stelle, sozusagen vorbildhaft, mitziehen.

Es gibt da aber auch noch eine andere Seite und die hat erst recht mit unserer Verantwortung zu tun. Der Mensch ist mehr als nur seine Gesundheit, sein Funktionieren als Teil unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Schon am Beginn der Bibel heißt es: „es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“. Und doch passiert unter der Devise, die Gesundheit und unsere Gesellschaft zu schützen, vieles, das Menschen beeinträchtigt, ja sogar schädigt.

Wir, Christinnen und Christen, sind zur Verantwortung gerufen, zur Verantwortung für uns selbst und insbesondere auch für unsere Mitmenschen und Nächsten. Wenn Menschen durch die Coronamaßnahmen zu verarmen drohen – an Leib und Seele, also nicht nur wirtschaftlich, sondern auch vereinsamen, dann sind wir in die Verantwortung gerufen. Dann gilt es auch unsere Beziehungen, Lebensmöglichkeiten und Lebensqualität zu schützen.

Als Gottes Geschöpfe sind wir vernunftbegabte Wesen und daher ist uns nicht bloß blinder Gehorsam aufgetragen, sondern eben Verantwortung gegeben. Vieles von dem, was wir zum Schutz von Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft unternehmen, macht Sinn, aber nicht alles.

Als Kirche und Gemeinde stehen wir allen voran an der Seite Gottes und der Menschen, das dürfen wir nicht vergessen. Und bei aller Vorsicht müssen wir weiterhin Wege beschreiten, auf denen die Gemeinschaft untereinander und mit Gott erlebbar ist.

Denn Gott lässt uns nicht allein, so wie auch Israel in Babylon damals nicht. Aber er mutet uns einiges an Verantwortung zu. Wenn wir sie wahrnehmen, dann immer mit der Frage, wie Gott es mit uns meint und wie es die Menschen fördert. Wenn wir das nicht vergessen und uns auch im Gebet stets an Gott halten, dann werden wir mit Gottes Hilfe auch das Beste finden.

Monatsspruch September 2020

Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat. - 2. Kor. 5, 19

Monatsspruch September 2020

Ja, in ´der Person von` Christus hat Gott die Welt mit sich versöhnt, sodass er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnet; und uns hat er die Aufgabe anvertraut, diese Versöhnungsbotschaft zu verkünden. (NGÜ)

Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. (LUT)

1. JA

Jesus Christus, das JA Gottes. Davon schreibt Paulus sehr eindringlich schon im 1. Kapitel dieses Briefes in den Versen 19 und 20: Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der war nicht Ja und Nein, sondern das Ja war in ihm. Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre.

Die Bibel ist voll von Verheißungen Gottes! Gott steht zu seinen Verheißungen. Sein Ja zu uns und dieser Welt ist und bleibt ein Ja. Das wird in besonderer Weise an Jesus Christus deutlich. Alles, was Gott den Menschen jemals versprochen hat, ist in Jesus Christus mit einem klaren Ja bestätigt, erfüllt und zum Ziel gebracht. Paulus sagt »Amen« (hebräisch »so sei/ist es«) zu diesem Weg Gottes, zu der Erfüllung aller Verheißungen in Jesus, zu Jesus Christus selbst.

2. Gott war es

Der Handelnde wird hier ganz klar beschrieben: Gott war - und ist - es! Johannes bestätigt diese Tatsache in seinem 1. Brief (Kap.4, 10) in dem er es auf den Punkt bringt: Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden.

Und Jesus selbst stellt fest: (Joh. 15,16) Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt!

Gott hat uns zuerst geliebt! Er hat in seiner Liebe die Ver–söhn-ung durch seinen Sohn als Heilsplan für die Welt von Anfang an so beschlossen! Und Jesus hat ihn in seiner Liebe und Treue zum Vater und zur Welt ausgeführt und „vollbracht“!

3. der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat

Versöhnung für alle!!! Gott hat seinen Anteil zu 100 % erfüllt! Was für eine unbegreifliche Liebe! Christus sollte nicht nur für das jüdische Volk sterben, sondern auch, um die Tür für alle geliebten Geschöpfe Gottes weit aufzumachen. Es fasziniert mich immer wieder, wie Gott das, was er schon lange angekündigt hatte, umsetzte.

Eine Frage drängt sich jedoch auf: Ist dieses Angebot bedingungslos oder hat es auch für uns Konsequenzen?

4. Wie Versöhnung stattfinden kann

Eines liegt offen auf der Hand, wenn wir an Versöhnung unter Menschen nach einem Streit oder einem Konflikt denken!

Nur wenn beide Streitparteien die Einsicht über verursachte Schuld und den eindeutigen Willen zur Versöhnung haben, kann Vergebung stattfinden und die Beziehung wieder heil werden.

Erst durch das Ergreifen der ausgestreckten Hand findet echte Versöhnung und Heilung statt, ein Neuanfang in Frieden wird möglich!

Und das lässt sich eins zu eins auf dieses Versöhnungsangebot Gottes in Christus übertragen!

Wer einsieht, dass er (sie) an Gott und Menschen schuldig geworden ist, also Vergebung nötig hat, ja versöhnungsbedürftig ist, wird erfahren dass auch für ihn (sie) persönlich dieses Angebot für Zeit und Ewigkeit gültig ist!

Paulus schreibt: (Röm 5,1f)

Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus. Durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit, die Gott geben wird.

Im Glauben das Versöhnungsangebot Gottes in Anspruch nehmen und Christus als Herrn und Bruder im Herzen aufnehmen macht uns zu Gotteskindern. (vgl. Joh 1,8) Eine versöhnte Beziehung mit ihm ohne Ablaufdatum! (vgl. Joh 3,16)

5. Versöhnung anbieten und weitersagen

Bei Gott findet also ein Tausch statt! Gott nimmt uns Menschen in Christus unsere Unversöhnlichkeit, spricht uns davon frei und schenkt uns seinen Frieden. Er heilt die Beziehung zu ihm aber auch zu unseren Mitmenschen!

Damit sind die Ursachen für Vorurteile und Hass unter Menschen beseitigt. Als mit Gott versöhnte Menschen sind wir frei, unseren Mitmenschen Versöhnung anzubieten und friedlich mit ihnen zu leben. Wir können sogar zu Botschaftern guten Miteinanders werden, indem wir unser Umfeld zur Versöhnung mit Gott einladen. Ja, er hat uns die Aufgabe anvertraut, diese Versöhnungsbotschaft zu verkünden!

Denn wer sonst - außer uns, die aus dieser Versöhnungsgnade leben dürfen - sollte es der Welt durch Wort und Leben weitersagen:

Es gibt VERSÖHNUNG!!! Lasst euch versöhnen mit Gott! (V. 20b)

 

Helmut Pichlmann

Monatsspruch August 2020

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. - Ps 139,14

Monatsspruch August 2020

Wenn jemand von uns über sich selbst sagt, „ich bin wunderbar, toll, großartig“, dann löst das mindestens Stirnrunzeln aus. Jemand, der sich selbst toll findet, den würden wir wohl am ehesten an den nächsten Psychotherapeuten verweisen. Viel eher geht es vielen von uns so, dass wir mit uns eher wenig zufrieden sind, mit dem Aussehen, mit den Fähigkeiten, mit den Möglichkeiten.

Der Monatsspruch für den August aus der Feder des Psalmisten strotzt hingegen vor genau so einem besonderen Selbstbewusstsein bzw. -verständnis. Und doch ist es nicht jemand, der ganz und gar selbstverliebt ist, sondern jemand, der auf Gott blickt und voller Dank für sich selbst und sein Leben ist.

Ich bin wunderbar gemacht. Hier geht es nicht so sehr narzisstisch sich selbst hochzujubeln, sondern dem zu danken, der für mich verantwortlich ist. Kein selbstverliebter Blick in den Spiegel, sondern ein Perspektivenwechsel.

Ja, ich bin Gottes Geschöpf – so gewollt, wie ich bin und das ist wunderbar. Gott hat mich geschaffen, ich bin sein geliebtes Kind. Und diesen liebevollen Blick des himmlischen Vaters macht sich der Psalmbeter hier zu eigen. Ich selbst bin ein Kunstwerk Gottes. Keines, an dem er herummäkelt, das er vielleicht sogar verräumt, weil es ihm nicht gefällt, sondern eines, das er vor alle Welt stellt. Ich bin ein Produkt göttlicher Liebe und als solches gut, schön, eben wunderbar. Selbst jeder kleine Makel ist ein Zeichen für die Einzigartigkeit dieses Kunstwerks – Perfektion in der Imperfektion.

Nehmen wir doch einmal Gottes Sicht an und schauen voll Liebe auf uns. Das kann so erleichternd sein, das kann so gut tun. Der liebevolle Blick eines Vaters, einer Mutter, der gilt mir – Zeit meines Lebens, denn ich bin von Gott wunderbar gemacht, gewollt wie ich bin.

Und dieser großartige Künstler signiert sein Werk sogar. Das geschieht in unserer Taufe. Wenn wir Jesus Christus mit dem Zeichen des Kreuzes auf die Stirn zugeeignet werden, dann setzt Gott seine Unterschrift auf sein Werk. Heute, morgen und alle Tage bin ich sein. Er steht dazu und das unterschreibt er – so wie ich bin: wunderbar, großartig, fantastisch.

Das Psalmwort geht aber noch einen Schritt weiter. Wenn ich mich von Gott geschaffen und angenommen fühle, wunderbar eben, dann gilt das auch für seine ganze Schöpfung. Der liebevolle Blick gilt nicht nur mir, sondern allem, was Gott geschaffen hat.

Unsere Nächsten sind wunderbar, von Gott gewollt und so geschaffen, mit allem guten und weniger guten. Die Welt selbst ist wunderbar. Die ganze Schöpfung ist Gottes wunderbares Kunstwerk. So sind wir einander auch geschenkt, als einzigartige Kunstwerke.

Wie gehe ich mit so etwas um? Etwas, das ich bewundere, werde ich wohl nicht gering achten, sondern schätzen, hegen und pflegen. Und so steckt in dieser wunderbaren Erkenntnis, die der Psalmist mit uns teilt, eben nicht nur der Zuspruch, mich selbst geliebt zu fühlen und zu lieben, sondern auch der Auftrag, den Nächsten und der Welt mit genau diesem Staunen über Gottes Wunder zu begegnen.

Aus dem wundernden Staunen über mich selbst und die Welt strömt so auch Jesu Auftrag an uns: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Digitaler Klingelbeutel

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Liebe Gemeinde!   

Das folgende Geräusch ist vielen bekannt - doch lange nicht mehr gehört worden.

Richtig - es ist das Klingeln unseres Klingelbeutels. Die Kollekte für die eigene Gemeinde wird bei uns in Vöcklabruck im Gottesdienst mit so einem Klingelbeutel eingehoben.

Klingelt es bei ihnen, worum es geht? Wenn es kein Klingeln gibt, gibt es keine Kollekte - und über die Zeit summiert sich das. Und das obwohl die Ausgaben für die Gemeinde weitergehen - wie zB Gehälter, Strom oder Versicherungen.

Wir halten auch in diesen Zeiten unsere Gemeindearbeit so weit wie möglich aufrecht und unterstützen, wo es nur geht.

Unterstützen sie auch uns - und das geht eigentlich ganz einfach: Eine Überweisung auf das Gemeindekonto mit dem Verwendungszweck „Klingelbeutel“ - die Kontonummer finden Sie unten.

Diese Möglichkeit besteht selbstverständlich nicht nur für Vöcklabruck - auch ihre Heimatgemeinde freut sich über diese Form ihrer Unterstützung.

Vielen Dank - und ein vergelt's Gott!

 

Evangelische Pfarrgemeinde Vöcklabruck

AT86 3471 0000 0234 1212

Verwendungszweck "Digitaler Klingelbeutel"

Oster-Hirtenbrief von Superintendent Lehner

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hier zum Download (als PDF)

Mit Kinder die Osterzeit erleben - auch ohne Kirche

Leider können wir weder mit der Kinderbibelwoche noch mit Kindergottesdienst und Nesterlsuche am Ostersonntag mit den Kindern die Passions- und Osterzeit erleben.

ABER: OSTERN FINDET STATT

Als Hilfe hier eine Linksammlung für Euch und Eure Kinder, denn ohne leuchten Kinderaugen kein Ostern:

Ideen mit Kindern vom Evangelischen Michaeliskloster Hildesheim

Die Spürnasenkirche

Bibel-Gute-Nacht-Geschichten zum Hören

Das reichhaltige Kinderangebot der Evangelischen Kirche in Bayern (auch mit Online-Kindergottesdienst)

Digitale Kirche der Evangelischen Jugend in der Steiermark (Facebook und Instagramm)

 

Wir werden es laufend erweitern.

Jahreslosung 2019

Weidmanns Heil!

Jahreslosung 2019

Ihr Lieben!

Zugegeben, das ist eine eigenartige Einleitung. Aber heute passender denn je. Am Beginn des neuen Jahres 2019 widmen wir uns heute der Jahreslosung. Zu Neujahr fassen ungemein viele Menschen sogenannte Neujahrsvorsätze. Wer von euch hat sich denn etwas besonderes für das neue Jahr vorgenommen?

Meistens sind die Jahreslosungen recht hoffnungsvolle, weihevolle Sätze, Verheißungen, die uns etwas von Gott versprechen. Heuer ist es mal anders: Heuer kommt eine Aufgabe auf uns zu, sozusagen ein Neujahrsvorsatz aus Gottes Hand. „Suche Frieden und jage ihm nach“ heißt es im 34. Psalm. Dieser Psalm ist ein Loblied Davids aus einer Zeit, in der er sich eigentlich verstecken musste, zu viele Feinde stellten ihm nach. Und doch ist er voll des Lobs für seinen Gott und voller Vorsätze ihm zu dienen. Im Hebräischen ist der 34. Psalm ein Alphabetpsalm, die einzelnen Sätze buchstabieren fromme Weisheiten, die Hoffnungen und auch Verpflichtungen des Frommen durch. Und in der zweiten Hälfte heißt es dann eben „Suche Frieden und jage ihm nach“. Das ist der zweite Teil von Vers 15. Der Vers beginnt mit „Meide das Böse und tu das Gute!“

Friede ist heute – wie vermutlich zu jeder Zeit der Menschheit – ein viel gebrauchtes Wort. Und je unsicherer die Welt wird, umso mehr hören wir vom Frieden. Manchmal sind das, wenn sie von Politikern kommen, fast leere Worte. Bei Donald Trump – und nicht nur ihm – ist der Wahrheitsgehalt eher überschaubar. Nichtsdestotrotz ist Friede in aller Munde. Vom Weihnachtsfrieden kommen wir her, dann wären da noch – um nur wenige zu nennen – der Friede zwischen Nationen, sozialer Friede, Friede mit der Schöpfung usw. und so fort. Ein Thema zu dem alle etwas zu sagen haben und meinen.

Das liegt daran, dass Friede eine ganz tiefe Sehnsucht in uns anrührt. Dieser vielgebrauchte Begriff ist aber von seiner Bedeutung her nur schwer zu fassen. Im ersten Zuge denken wir bei Frieden natürlich an die Abwesenheit von Gewalt. Wenn Friede herrscht, dann gibt es weder physische noch psychische Gewalt. Wenn David – ja eigentlich die ganze Heilige Schrift – von Frieden spricht, dann steckt da aber noch viel mehr drin.

Im Hebräischen steht da Schalom. Schalom, ein Wort, das heute noch im Hebräischen als Gruß gilt. Wie auch in anderen verwandten Sprachen, wenn man sich beispielweise auf Arabisch as salam aleikum zuspricht oder auf Farsi eben auch salam! Der biblische Schalom weitet unseren Blick auf einen umfassenderen Frieden. Schalom können wir getrost mit heil oder unversehrt übersetzen, ein Zustand, in dem ich mit Gott, den Menschen und mir selber im Reinen bin. Schalom ist damit der Inbegriff von Menschlichkeit. Wo Schalom herrscht, gibt es nicht nur keine Gewalt; es hat jeder seinen Platz zum Leben, hat sein Auskommen an Nahrung und Trinken, hat intakte Beziehungen zu Mitmenschen und Gott… umfassender Frieden. Nach so einem Leben sehnen wir uns, aber nach so einem Leben in Frieden sollen wir auch streben.

„Suche Frieden und jage ihm nach!“ Schalom ist nicht einfach da. Schalom muss gesucht werden, ihm muss nachgejagt werden. Er braucht Einsatz, unter Umständen Mut und Zivilcourage.

Im 34 Psalm findet sich David in einer Situation, die mit Frieden so gut wie gar nichts zu tun hat. David wird verfolgt, hat selbst eine kleine Soldatentruppe versammelt, mit denen er auf der Flucht auch nicht wirklich friedlich. Eine friedlose Situation, in der Frieden so unglaublich weit weg wirkt, und doch… genau in dieser Situation ist die Sehnsucht nach ihm so groß.

Der Frieden gehört mitten ins Leben, so wie es ist. Er findet niemals optimale Bedingungen vor. Ob nun David auf der Flucht oder wir heute um den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft kämpfen müssen – so zufällig wie beides nebeneinander steht, so ist der Frieden herausgefordert. Wenn wir auf die günstigsten Bedingungen für den Frieden waren, dann wird das nichts. Das Leben ist, wie es ist. Darin Heil, Unversehrtheit, Menschlichkeit und den Zusammenhalt von allen Menschen zu suchen. Das ist niemals leicht. Das braucht Mut. Mut damit anzufangen, auch wenn es sehr schwer wird. Mutig anfangen, Anfangen mit dem Aufhören von Gewalt und Hass und Spaltung – mitten in unserem Leben. Es geht um uns und um die Zukunft. Menschlichkeit ist wichtiger als alle Unterschiede. Das ist das Ziel. Ein menschenwürdiges Leben für alle. Keiner und keine von uns kann ohne Schalom leben.

Unser Leben ist voll von Geschichten des Friedens. Beim Rückblick auf das vergangene Jahr wird jede und jeder solche Geschichten finden. Und beim Vorausblick auf 2019 hat jede und jeder Hoffnung auf Frieden. So sehr wir enttäuscht sind von vergeblichen Hoffnungen, weil Krieg und Gewalt weiter da sind: Auch die Geschichten vom Schalom unter den Menschen werden kein Ende nehmen. Sie müssen gesucht, geschrieben und gelebt werden.

Schalom uns allen, nicht nur als frommer Wunsch wie im Gruß, sondern als Aufgabe. „Suche Frieden und jage ihm nach!“ Dieser Satz soll uns alle in diesem Jahr begleiten. Wir wissen heute noch nicht, welche Situationen es werden, die uns herausfordern. Aber wir können diese Gedanken in unseren Herzen bewegen und so drauf einstellen. Wir können beten, dass Gott uns, wenn es darauf ankommt, den Mut zum Frieden, zum Schalom, zur Hingabe gibt.

Das ist jetzt ganz schön viel Forderung. Gesetz wie es Martin Luther gesagt hat. Doch es gibt kein göttliches Gesetz ohne Evangelium. Keine Forderung ohne frohe Botschaft. Denn so spricht unser Herr Jesus Christus: „Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen“. Macht Frieden und ihr werdet Gottes Kinder sein. Auf allen unseren Bemühungen liegt Gottes Segen und Verheißung, dass wir uns dadurch als seine Kinder zeigen werden. Schalom ist Gottes Wille für uns. Und wenn wir ihm nachjagen, dann können wir sicher sein, dass auf all unseren Bemühungen sein Segen liegt. Und wir sind Teil einer hervorragenden Jagdgesellschaft. Menschen rund um den Erdkreis sind dazu aufgerufen, Gottes Frieden zu verfolgen und an der Spitze der Jagdgesellschaft… Da ist unser Herr Jesus Christus selbst: Sein Versprechen, dass sich Gottes Frieden letzten Endes durchsetzen wird. Darauf dürfen wir vertrauen und darum wollen wir uns bemühen. Und unser Herr Jesus Christus wird das seine dazu tun.

Also ein gutes 2019: „Suche Frieden und jage ihm nach!“

Weidmanns Heil. Amen

Pfr. Markus Lang

Gedanken zu den Monatsprüchen

April 2022

Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte. (Joh. 20,18)

Gedanken dazu von Lektorin Pichlmann

März 2022

Betet allezeit mit allem Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit und Flehen für alle Heiligen. Eph 6,18 – Lutherbibel

Gedanken dazu von Lektor Pichlmann

Februar 2022

Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Eph 4,26 – Lutherbibel

Gedanken dazu von Vikar Götzendorfer

Jänner 2022

Jesus Christus spricht: Kommt und seht! (Johannes 1,39)

Gedanken dazu von Kuratorin Time

Dezember 2021

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR. (Sach. 2,14)

Gedanken dazu von Vikar Götzendorfer

Juli 2021

Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir. (Apg 17,27)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Juni 2021

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apg 5,29)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Mai 2021

Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind. (Sprüche 31,8)

Gedanken dazu von Lektorin Time

April 2021

Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. (Kolosser 1,15)

Gedanken dazu von Lektor Pichlmann

März 2021

Jesus antworte: Ich sage euch. Wenn diese schweigen, werden die Steine schreien. (Lk 19,40)

Videoandacht von Pfr. Lang dazu

Februar 2021

Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind! (Lk 10,20 (E))

Videoandacht von Pfr. Lang dazu

Dezember 2020

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Jes 58,7 (L)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

November 2020

Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. (Jer 31,9 (L))

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Oktober 2020

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl. - Jer 29,7

Gedanken dazu von Pfr. Lang

September 2020

Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat. - 2. Kor. 5, 19

Gedanken dazu von Lektor Pichlmann

August 2020

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. - Ps 139,14

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Juli 2020

Der Engel des Herrn rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. – 1Kön 19,7

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Juni 2020

Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder. – 1Kön 8,39

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Mai 2020

Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat! 1. Petrus 4,10

Gedanken dazu von Pfr. Lang

April 2020

Es wird gesät in Vergänglichkeit, es wird auferweckt in Unvergänglichkeit. 1.Kor 15, 42

Gedanken dazu von Lektor Pichlmann

März 2020

Jesus Christus spricht: Wachet! Mk 13,37 (L)

Gedanken dazu von Lektorin Time

Februar 2020

Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte. (1.Kor.7,23)

Gedanken dazu von Lektor Muerth

Dezember 2019

Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott. Jes 50,10 (E)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

November 2019

Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt. – Hiob 19,25

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Oktober 2019

Nach deinem Vermögen gib Almosen; auch wenn du nur wenig hast, scheue dich nicht, wenig Almosen zu geben. Tobit 4,8

Gedanken dazu von Pfr. Lang

August 2019

Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. (Mt 10,7)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Juli 2019

Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. (Jak 1,19)

Gedanken dazu von Julia Pichlmann

Außerdem: Ein Liedtext zu diesem Thema von Helmut Pichlmann (als PDF-Datei)

Juni 2019

Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder. (Spr 16,24)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Mai 2019

Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir. (2 Sam 7,22)

Gedanken dazu von Lektor Muerth

April 2019

Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Mt 28,20

Gedanken dazu von Lektorin Time

März 2019

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein. (1. Sam. 7,3)

Gedanken dazu von Lektor Pichlmann

Februar 2019

Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. (Röm 8,18)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach. (Psalm 34)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Dezember 2018

Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut. (Mt 2,10)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

November 2018

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. (Offb 21,2)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

September 2018

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. (Prediger 3,11 - Luther 2017)

Gedanken dazu von Lektor Pichlmann

August 2018

Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. (1. Joh. 4, 16)

Gedanken dazu von Lektor Muerth

Juli 2018

Sät Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt! (Hosea 10,12)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Juni 2018

Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt. – Hebr 13,2

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Mai 2018

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. - Hebr 11,1

Gedanken dazu von Pfr. Lang

April 2018

Jesus sagte noch einmal zu ihnen: „Friede sei mit euch. Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ – Joh 20,21

Gedanken dazu von Pfr. Lang

März 2018

Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust. (5. Buch Mose 30, 14)

Gedanken dazu von Lektorin Gertrud Time

Februar 2018

Jesus Christus spricht: Es ist vollbracht! Joh 19,30 (L=E)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Jänner 2018

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin und dein Rind und dein Esel und dein ganzes Vieh und dein Fremder in deinen Toren. (5. Buch Mose 5, 14)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Dezember 2017

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. (Lk 1,78-79)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

November 2017

Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. (Hes. 37,27)

Gedanken dazu von Lektor Helmut Pichlmann

Oktober 2017

Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut. (Lk 15/10)

Gedanken dazu von Lektor Harry Muerth

September 2017

Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein. Lk 13,30 (L)

Gedanken dazu von Lektorin Gertrud Time

August 2017

Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein. Apg 26,22 (L)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Juli 2017

Philipper 1,19: Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Juni 2017

Apostelgeschichte 5, 29: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Gedanken dazu von Lektorin Gertrud Time

Mai 2017 Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt. (Kol 4,6)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

April 2017

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.
(Lk 24,5-6)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

März 2017

Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren und sollst dich fürchten vor deinem Gott; ich bin der HERR. (3Mos 19,32)

Gedanken dazu von Pfr. Lang

Glaubensbekenntnis nach Dietrich Bonhoeffer

Ich glaube,

dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.

Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will,

wie wir brauchen.

Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst,

sondern allein auf ihn verlassen.

In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind,

und dass es Gott nicht schwerer ist,

mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Schicksal ist, sondern dass er auf

aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Dietrich Bonhoeffer, Einige Glaubenssätze über das Walten Gottes in der Geschichte, in: Widerstand und Ergebung, Prolog

Segen

Den nachfolgenden Segen hat Elke Lehner bei der Adventfeier des Bildungswerkes (am 30.11.2013) vorgelesen:

Der Herr segne dich.

Er erfülle deine Füße mit Tanz und deine Arme mit Kraft.

Er erfülle dein Herz mit Zärtlichkeit und deine Augen mit Lachen.

Er erfülle deine Ohren mit Musik und deine Nase mit Wohlgerüchen.

Er erfülle deinen Mund mit Jubel und ein Herz mit Freude.

Er schenke dir immer neu die Gnade der Wüste:

Stille, frisches Wasser und neue Hoffnung.

Er gebe uns allen immer neu die Kraft, der Hoffnung ein Gesicht zu geben.

Es segne dich der Herr.

(aus Afrika)

Novemberpsalm von H. D. Hüsch

Ich male mir mein Leben, Herr,
Nach deinen Breitengraden.
Du lässt mich ganz leicht schweben,
Gleich wie am seidnen Faden,
Wohl über Sand und Meere.
Ich sehe Prunk und Pracht.
Ich sehe Lust und Leere,
Die Not und auch die Nacht.
Dein Blick tut mir genüge,
Du weißt, was Elend ist.
Ich tröste und ich füge mich,
Mein Herre Jesus Christ.
Am Ende lebt die Liebe,
Gar einzig und allein,
Drum komm und sprich und übe,
Mit uns das Glücklich-Sein.
Wir brauchen dein Erbarmen
Im finstern Weltgeschehn,
Bis wir in deinen Armen,
Uns alle wiedersehn.

(vorgetragen von Pfr. Martin Hofstätter anlässlich des Kantatengottesdienstes)

Ich hoffe, dieser Text gefällt anderen genauso gut wie mir. G. Time